Aufbau einer Uni

Aufbau

Am Beispiel der Universität Karlsruhe (TH)

Die Fridericiana wurde 1825 gegründet und ist somit die älteste Technische Hochschule Deutschlands. Neben Technik- und Ingenieurwissenschaften sind hier auch Geistes-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften zuhause. Durch diese Vielfalt erhält die Hochschule ihren universitären Charakter.

Durch die Fusion von Universität und Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) zum Karlsruhe Institute of Technology (KIT) sind die Strukturen an beiden Einrichtungen zur Zeit im Umbruch. Sobald dieser Umbau abgeschlossen ist, werden wir Euch darüber informieren.

Struktur

Um das riesige Unternehmen Universität mit seinen rund 18.500 Studenten aus In- und Ausland, 3.500 Beschäftigten und 275 Professoren in Schwung zu halten, ist eine gewisse Struktur notwendig.

Die Universität ist meistens den jeweiligen Fachbereichen entsprechend in 11 Fakultäten unterteilt (Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Physik …). Manchmal sind allerdings mehrere Fachbereiche aufgrund ihrer geringen Größe in einer Fakultät vereint.

Die einzelnen Fakultäten setzen sich wiederum aus ihren Instituten zusammen. Die Institute betreiben Forschung und Lehre in den Spezialisierungsrichtungen des Fachbereichs (Biomedizinische Technik, Hochfrequenztechnik und Elektronik, Werkstoffe der Elektrotechnik, …).

An der Spitze jeder Fakultät steht der Dekan mit dem Prodekan für Forschung und dem Studiendekan.

Verwaltung und Organisation

Um das Konstrukt Universität zu verwalten, kann man auf verschiedenste Gremien und Entscheidungsträger nicht verzichten.

  • An der Spitze steht der Universitätsrat. Er besteht aus dem Rektor der Universität und herausragenden VertreterInnen der Industrie, Justiz und Wissenschaft. Seine Aufgaben sind die Struktur- und Entwicklungsplanung der Universität und die Kontrolle der Geschäftsführung des Rektorats.
  • Das Rektorat setzt sich aus dem Rektor, den drei Prorektoren mit den Zuständigkeitsbereichen Struktur, Studium und Lehre und Forschung sowie dem Kanzler zusammen.
  • Der Rektor ist der Vertreter der Universität und hat den Vorsitz im Universitätsrat, im Rektorat und im Senat mit seinen Ausschüssen.

Dürfen die Studierenden auch mitreden?

Bei dieser Frage muss man leider genau zwischen den verschiedenen Ebenen der Verwaltung unterscheiden. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Studierenden in ihren Fakultäten mehr Einfluss haben, als auf der gesamt-universitären Ebene.

Der Senat fällt als Gremium für die Universität recht allgemeine Grundsatzentscheidungen, wenn das Entscheidungsrecht nicht an die Fakultäten weitergegeben wurde. Die Mitglieder des Senats sind das Rektorat, die Dekane der Fakultäten, sechs Hochschuldozenten, drei Mitarbeiter aus dem wissenschaftlichen Dienst, drei Personen aus den Bereichen Verwaltung und Technik und drei Studierende. Man sieht also, hier sind die Studierenden zwar vertreten, jedoch haben sie geringen Einfluss auf Entscheidungen des Senats.

Anders sieht es da schon auf der Ebene des Fakultätsrats aus. In unserem Fall sitzen dort sechs Studierende mit den Professoren der Fakultät und den gewählten Sprechern des Mittelbaus zusammen. Hier werden konkrete Entscheidungen zu Studium und Lehre der Fachbereiche getroffen. Beispielsweise wird hier über Änderungen in den Prüfungsordnungen diskutiert.

Die Wahlen des Fakultätsrats und des Senats finden von der Basis aus statt, während die Zusammensetzung von Rektorat und Universitätsrat eher von oben bestimmt wird. So hat hier auch das Wissenschaftsministerium sehr viel Mitspracherecht. Eine Ausnahme bildet hier wiederum der Rektor, der von der Professorenschaft der Universität gewählt wird.

Wie man sieht, ist die Universität kein ganz triviales Gebilde, wer hierzu gerne mehr wissen möchte, kann sich auch gerne auf den Homepages von Uni und AstA (ehem. UstA) schlau machen.

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