Stipendien

Egal ob vor dem Studienbeginn oder erst zur Promotion, für engagierte StudentInnen mit guten Leistungen lohnt es sich auf jeden Fall, sich einmal mit dem Thema Stipendien auseinander zu setzen. Wir haben auf dieser Seite ein paar nützliche Hinweise zusammengestellt, die für Dich als ElektrotechnikerIn besonders interessant sein könnten.

 

Stipendium – was ist das?

Der Begriff Stipendium umfasst eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Persönlichkeit des Stipendiaten fördern sollen. Sie werden meist in zwei Bereiche aufgeteilt, die finanzielle und die ideelle Förderung. Abhängig davon, wer das Stipendium gewährt, gibt es dabei sehr große Unterschiede. Die finanzielle Förderung ist, wie der Name schon sagt, ein finanzieller Zuschuss. Dieser wird unabhängig oder abhängig vom Einkommen der Eltern oder vom eigenen Vermögen gewährt und muss, im Gegensatz zum BAFöG, meist nicht zurückgezahlt werden. Oft gibt es auch Zuschüsse für spezielle Projekte wie Auslandsaufenthalte.

Unter der ideellen Förderung wird ein breites Spektrum von Angeboten zusammengefasst. Meist versteht man darunter Seminare und Veranstaltungen, die explizit an die Stipendiaten gerichtet werden. Dort kann man eine ganze Menge lernen, viele nützliche Kontakte knüpfen und sich mit interessanten Gesprächspartnern austauschen.

 

Wer kann sich bewerben?

Auch wenn die Förderung durch Stipendien in Deutschland noch lange nicht so verbreitet ist wie in den Vereinigten Staaten, so gibt es doch eine unglaubliche Vielfalt. Und genau so vielfältig wie die Angebote sind auch die Forderungen, die an Dich als potentiellen Stipendiaten gestellt werden. Eines ist jedoch fast allen gemeinsam: Es werden zwar überdurchschnittliche Leistungen in der Schule oder Universität gefordert und auch ein außerfachliches Engagement darf nicht fehlen, aber einen Übermensch sucht keiner.

Sowohl für Erstis als auch für Promovierende lässt sich eine Förderungsmöglichkeit finden, man muss sich nur einmal durch die Fülle der Angebote wühlen. Neben den großen staatlich finanzierten Werken gibt es eine Reihe von Exoten, bei denen teilweise weitere Kriterien greifen, zum Beispiel wenn eine Stiftung auf Wunsch des Stifters speziell Frauen, Ausländer, Kinder aus Arbeiterfamilien oder in Heidelberg Geborene fördern soll. Diese Auswahl sollte aber nicht als Einschränkung verstanden werden – vielmehr bietet es die Chance, genau in der Förderung zu landen, in die man auch am Besten passt. Deshalb lohnt es sich, sich erst einmal ein bisschen Zeit zu nehmen, um sich im Dschungel der Förderungsmöglichkeit etwas umzuschauen. Zur groben Orientierung findest Du unten eine Übersicht der wichtigsten Stipendiengeber und ihrem groben Anforderungsprofil.

 

Staatliche Begabtenförderungswerke

Die bekanntesten Stiftungen in Deutschland sind die elf Begabtenförderungswerke. Diese werden vom Staat (genauer gesagt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) finanziert und spiegeln in ihrer Vielfalt die Pluralität der deutschen Gesellschaft wider:

  • Cusanuswerk (katholisches Bildungswerk)
  • Evangelisches Studienwerk Villigst
  • Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD-nah)
  • Friedrich Naumann – Stiftung (FDP-nah)
  • Hanns-Seidel-Stiftung (CSU-nah)
  • Hans-Böckler-Stiftung (gewerkschaftsnah)
  • Heinrich-Böll-Stiftung (den Grünen nahestehend)
  • Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU-nah)
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linkspartei-nah)
  • Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw)
  • Studienstiftung des deutschen Volkes

Die Studienstiftung des deutschen Volkes nimmt hierbei eine Sonderrolle ein. Sie ist politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig und fördert StudentInnen mit außergewöhnlichen fachlichen Leistungen. Hier kann man sich leider allerdings nicht selbst bewerben, sondern muss von einem (Hochschul)Lehrer vorgeschlagen werden. Dies kann zum Beispiel nach dem Abitur geschehen oder nach Abschluss des Vordiploms oder Bachelors. In letzterem Fall geschieht der Vorschlag automatisch durch unseren Bachelorprüfungsausschuss, wenn Dein Abschluss zu den besten gehört. Vor allem nach dem Abitur kann man den Schulrektor aber auch einmal auf diese Möglichkeit hinweisen. (In beiden Fällen darf pro 30 Abschlüssen eine Person vorgeschlagen werden.)

Zu den parteinahen, religionsnahen und von den Sozialpartnern getragenen Stiftungen sei nur gesagt, dass man sich mit dem entsprechenden Menschenbild identifizieren können sollte, eine Parteimitgliedschaft oder der regelmäßige Gottesdienstbesuch aber eine ungeordnete Rolle spielt. Hier ist im Übrigen auch eine Initiativbewerbung möglich.

Eine Übersicht und weitere Informationen findest Du am besten auf der gemeinsamen  Website der Förderungswerke.

 

Weitere Stiftungen

Neben den elf großen Förderwerken gibt es wie schon erwähnt eine Vielzahl kleiner Stiftungen, die eine spezielle Zielgruppe ansprechen. Hier ist dann vor allem eines gefragt: Initiative! Eine Übersicht über die knapp 14.000 in Deutschland registrierten Stiftungen findest Du zum Beispiel unter  http://www.stiftungen.org (->Service->Stiftungssuche->Studienförderung). Dort kannst Du in aller Ruhe stöbern und nachschauen, in welches Profil Du am besten passt.

 

Firmen

In den letzten Jahren hat auch eine Reihe von Firmen die Möglichkeit entdeckt, über das Angebot von Stipendien Kontakt zu guten Studierenden zu knüpfen. Dies ist teilweise mit einer finanziellen Förderung verbunden, immer hat man jedoch schonmal einen Fuß in der Tür zum potentiellen Arbeitgeber und kann wertvolle Kontakte knüpfen. Dazu kommen dann noch firmeninterne Trainings- und Mentorprogramme. Einen netten Artikel und eine keinesfalls vollständige Liste findest Du bei  FOCUS Online, es lohnt sich aber auch, einfach mal die Websites interessanter Firmen abzuklappern.

 

Unterstützung im Ausland

Auch für Auslandsaufenthalte gibt es eine Reihe von finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten, die die höheren entstehenden Kosten abfedern sollen. Die wohl umfassendste Datenbank hierzu unterhält der DAAD. Da besonders im Bereich der Auslandsprogramme die Vorlaufzeiten ein Jahr oder länger sein können, sollte man sich frühzeitig informieren.

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